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Covid-Informationen vom 20. März 2020

Informationsbrief an Lehrbetriebe 20. März 2020
Informationsbrief an Lernende 20. März 2020
Covid-19/1 – Informationen vom 17. März 2020 (BAG)
20200318 Urner Wochenblatt - Unterricht unter speziellen Bedingungen

Die Schweiz befindet sich in einer ausserordentlichen Lage, die sich jederzeit ändern kann. Die aktuelle Situation wirkt sich auch stark auf die Berufsbildung aus und führt insbesondere zu zahlreichen Vollzugsfragen. Die Verbundpartner der Berufsbildung (Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt) haben sich am Dienstag, 17. März 2020, auf ein gemeinsames, nationales Vorgehen geeinigt.

Die wichtigsten, allgemeinen Punkte der verbundpartnerschaftlichen Abmachung sind:

  • Alle Verbundpartner setzen sich dafür ein, negative Auswirkungen auf die Berufsbildung zu vermeiden.
  • Es gelten weiterhin die jeweiligen gesetzlichen Zuständigkeiten. Die Zusammenarbeit der Verbundpartner wird jedoch intensiviert.
  • Die Umsetzung von Massnahmen erfolgt national abgestimmt. Auf Alleingänge von einzelnen Kantonen oder Organisationen der Arbeitswelt ist zu verzichten.
  • Der Unterricht ist in allen Bereichen der Berufsbildung im Rahmen der Möglichkeiten aufrechtzuerhalten. Priorität haben Abschlussklassen.
  • Ziel ist, allen Lernenden im letzten Lehrjahr diesen Sommer trotz schwieriger Rahmenbedingungen den Abschluss zu ermöglichen.

A) Berufsfachschulen

Branchen, in denen die Arbeit aufrechterhalten wird

Lehrbetriebe sind verpflichtet, die Schutzmassnahmen gemäss BAG insbesondere auch für Lernende zu gewährleisten. Sind sie dazu nicht im Stande, sind die Lernenden nach Hause zu schicken bzw. je nach Möglichkeit mit Lernaufträgen ausserhalb des Lehrbetriebs zu beschäftigen.

  • Lernende müssen am Schultag zuhause oder allenfalls an einem geeigneten Arbeitsplatz im Lehrbetrieb lernen.
  • Der Ausbildungsauftrag der Berufsfachschulen an die Lernenden wird weitergeführt. Die Berufsfachschulen bemühen sich um Anwendung von digitalen Lernformen. Erste Priorität haben
  • die Abschlussklassen, inkl. Berufsmaturität.
  • Sämtliche Lernende sollen die ausfallenden Schultage nach Möglichkeit mittels «Distance Learning» nutzen, um den Schulstoff aufzuarbeiten und Aufträge der Schule zu bearbeiten.
  • Sollten die Voraussetzungen für «Distance Learning» im Lehrbetrieb geeigneter sein, ist dies in Absprache mit der zuständigen Berufsbildnerin bzw. dem zuständigen Berufsbildner zu ermöglichen.
  • In Branchen, wo aufgrund der aktuellen Lage Personalknappheit herrscht, kann das zuständige kantonale Amt für Berufsbildung auf Anfrage Ausnahmen bewilligen (z.B. Gesundheit, Soziales, Detailhandel).

Branchen, in denen nicht mehr gearbeitet wird:

  • Lernende in Betrieben, die von einer Schliessung betroffen sind, haben weiter die Schulpflicht zu erfüllen.
  • An die Berufsfachschulen geht die Aufforderung, für Lernende in diesen Berufen (Gastronomie, Coiffeure, Kosmetik etc.) digitale Lernangebote bereitzustellen.
  • Dem Erfahrungsaustausch und Best Practice zu digitalen Lernangeboten kommt eine wichtige Bedeutung zu. Entsprechende Informationen und Angebote finden sich auf der von
  • Educa.ch bereitgestellten Plattform www.eduport.ch.

B) Abschlussprüfungen berufliche Grundbildungen 2020

Ziel ist es, allen Lernenden der beruflichen Grundbildung im Sommer 2020 einen Abschluss zu ermöglichen, inkl. Berufsmaturität I und II.

  • Überlappungen ins Schuljahr 2020/2021 sind aus organisatorischen Gründen zu vermeiden.
  • Die Qualität der Qualifikationsverfahren (LAP) muss hochgehalten werden. Jedoch sind die Modalitäten und die Organisation der Qualifikationsverfahren in dieser ausserordentlichen Lage unter Einbezug der zuständigen Trägerschaften zu vereinfachen.
  • Eine unverzüglich eingesetzte verbundpartnerschaftliche Arbeitsgruppe wird zeitnah gemeinsam nationale Lösungen suchen, um dies zu ermöglichen.
  • Da Branchen von der gegenwärtigen Krise unterschiedlich betroffen sind, gehen die Verbundpartner davon aus, dass teilweise branchenbezogene Lösungen gefunden werden müssen.